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Titelbild Bürgerservice
25.06.2018

Flüchtlingshilfe Drolshagen lädt zum Netzwerktreffen

Das Team der Flüchtlingshilfe Drolshagen ist seit fast vier Jahren aktiv. Nun trafen sich einige Mitglieder des Netzwerkes zum Pressegespräch um ein Fazit zu ziehen und den Blick in die Zukunft zu richten. Was wurde bisher geleistet? Welche Aufgaben stehen zukünftig an?

Nachdem ab Sommer 2014 die Anzahl der Flüchtlinge stark zunahm, wurde die Notwendigkeit der Organisation eines Netzwerkes für freiwillige Helfer/-innen in Drolshagen immer dringender, die städtischen Mitarbeiter/-innen kamen an ihre Grenzen.

Zu diesem Zeitpunkt waren in vielen Städten schon Flüchtlingshilfen gegründet worden. Oftmals entstanden sie bei Wohlfahrtsverbänden oder aus bürgerschaftlichem Engagement heraus. Das war in Drolshagen anders. Hier kümmerten sich einige Privatpersonen und die städtischen Mitarbeiter/-innen um die Zugewanderten. Weder Caritas, DRK, die Kirchen oder Privatpersonen schufen hier neue Strukturen. „Von den caritativen Institutionen haben wir hier bis heute keine oder kaum Unterstützung erfahren“, kritisiert Angelika Schlicht, Demografie- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Drolshagen, deutlich und sagt: „So haben wir ein Tandem aus ehrenamtlicher und städtischer Hilfe geschaffen“.

Von den rund 240 Flüchtlingen aus 26 Nationen sind momentan noch 155 Menschen vor Ort, die betreut werden. Die Zahl der Ehrenamtlichen ist von 120 auf 52 Personen zurückgegangen. „Die Ehrenamtler haben unterschiedliche Gründe, aus der Arbeit wieder auszusteigen: Entweder sind ihre Schützlinge weggezogen; es gibt Umzüge, Veränderungen im Job oder den Studienbeginn, oder sie brauchen mehr Zeit für die eigene Familie. Einige sind aber auch müde oder frustriert“, so Angelika Schlicht.

„Momentan kümmert sich die Stadtverwaltung um Flüchtlinge die in 25 privaten Wohnungen, fünf Häusern und vier Gemeinschaftsunterkünften wohnen“, erklärt Bereichsleiter Gerhard Lütticke – und weiter „Da aktuell die Unterkunft in Iseringhausen Ende des Jahres geschlossen werden muss, weil die Auslastung zu gering wurde, gibt es beim Thema Wohnen wieder dringenden Handlungsbedarf. Wir brauchen besonders für anerkannte Flüchtlinge bezahlbare Wohnungen in den Größenordnungen 50 qm und 80 qm.  Besonders alleinstehende Frauen mit Kindern, männliche Einzelpersonen und Familie suchen Wohnraum in Drolshagen.“

Mehr denn je wird nun der Aufbau der Integrationsarbeit vor Ort gefragt sein. „Der Kreis Olpe entwickelt derzeit ein Konzept, aber wir brauchen in Drolshagen eigene Ansätze und Ideen“, so Angelika Schlicht. Unterstützung brauchen nicht nur diejenigen, die neu zugewandert sind, sondern auch die-jenigen, die schon länger in Drolshagen leben und sich „abgehängt“ fühlen. „Hier haben wir schon öfter Kritik gehört, die wir konstruktiv aufnehmen wollen. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt und machen die gleichen Fehler nicht noch einmal. Ich erinnere an den Zuzug aus Ex-Jugoslawien und von Russlanddeutschen. Diese Menschen könnten uns mit ihren Erfahrungen wertvolle Hilfe leisten. Am besten integriert fühlen sich die Menschen, die schnell Anschluss bei Drolshagener Bürgerinnen oder Bürger finden konnten. Diese Patenschaften sind der Schlüssel für das gute Ankommen in Deutschland, denn hier helfen Einheimisch bei der Vermittlung von Wohnraum und Arbeit, Hilfe bei Antragstellungen, aber vor allem Sprachschwierigkeiten oder Verständigungsprobleme können schneller behoben werden. Und das wir in unserem Land an Werten und Normen leben, kann viel einfacher erklärt und auch eingeübt werden. Patenschaftsmodelle sind ungemein hilfreich und vor allem erfolgreich, da müssen wir noch mehr den Fokus drauf legen und versuchen neue Menschen zu gewinnen“.

Um die Integration vor Ort weiter voranzutreiben, müssen weitere Institutionen und Initiativen angesprochen werden. Dazu könnte ein „Runder Tisch“ eine erste Maßnahme sein. „Das was die Ehrenamtler an Engagement und „buntem“ Gemeinsinn vorgelebt haben, brauchen wir zukünftig auch im Miteinander mit Firmen, Schulen, Kirchen, Vereinen etc.. Wenn wir aufeinander zugehen und die Menschen persönlich unterstützen, kann die Integration in Drolshagen besser gelingen“, ist Angelika Schlicht überzeugt.

Zum Abschluss zieht Bürgermeister Uli Berghof sein Resümee und bedankt sich vor allem bei allen ehrenamtlichen Helfer/-innen: „Am Anfang der Flüchtlingswelle hat die Stadtverwaltung sich intensiv  um die Flüchtlinge gekümmert, es war ja auch sonst niemand da. Bis auf einige wenige Ausnahmen. Und es ist wirklich herausragend diese Mitbürgerinnen und Mitbürger bisher geleistet haben, das ist und war eine großartige Leistung. Ich habe die große Hoffnung, dass uns das auch mit der weiterführenden Integration vor Ort weiter gelingen kann.“

Zum Abschluss wurde auf das Fest „Wir alle sind Drolshagen“ hingewiesen, das am Sonntag, den 24. Juni 2018 ab 12 Uhr im St. Clemens-Haus in Drolshagen, Annostraße 13 stattfindet. Das Fest von und für Flüchtlinge und Deutsche wird organisiert von der Aufsuchenden Jugendarbeit, der Kleinen Offenen Tür, dem „Café Grenzenlos“, der SPD und der UDW.