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14.06.2010
Hausbau: Nicht die Nebenkosten vergessen! 

Die Baukosten exakt zu kalkulieren ist schwer genug. Aber auch beim Hauskauf zum Festpreis ist mit einigen Zusatzkosten zu rechnen, die unbedingt in die Kalkulation mit einfließen sollten.

Dass der Hausbau bzw. Hauskauf bei den meisten Bauherren zum größten finanziellen Kraftakt des Lebens wird, dafür würden die Material- und Arbeitskosten schon allein ausreichen. Weil aber Vater Staat und manch anderer die Hand aufhält und auch der Festpreis beim Schlüsselfertighaus nicht alle Kosten enthält, kann eine ungenaue Kalkulation für viele Bauherren das Ende aller Träume bedeuten. Damit es nicht so weit kommt, müssen Häuslebauer die wichtigsten Zusatzposten kennen. Diese lassen sich in drei Gruppen einteilen:
-Bau-/Kaufnebenkosten
- Finanzierungsnebenkosten
- laufende Kosten

Bei den Bau-/Kaufnebenkosten fällt ein erheblicher Teil schon vor Baubeginn an. Zum Beispiel Notargebühren für die Beurkundung des Kaufvertrags. Die sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und richten sich nach dem Wert der Immobilie. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro kommen rund 1.200 Euro zusammen. Damit nicht genug: Das Finanzamt kassiert die Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 Prozent der Kaufsumme. Wer nur das Grundstück kauft und dann später darauf baut, zahlt diese Steuer nur auf den Boden. Wer hingegen Grundstück und Haus aus einer Hand kauft, für den sind dann die 3,5 Prozent für den Gesamtpreis fällig. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro sind das 10.500 Euro, für ein Grundstück im Wert von 80.000 Euro 2.800 Euro.

Erst wenn die Grunderwerbssteuer bezahlt ist, stellt das Finanzamt die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Die benötigt das Grundbuchamt, um den neuen Eigentümer ins Grundbuch eintragen zu können. Auch diese Eintragung kostet Gebühren. Gut 500 Euro werden dafür in diesem Falle in Rechnung gestellt.
Ist ein Makler im Spiel, muss auch dieser entlohnt werden. Die Maklergebühren unterscheiden sich regional, zwischen drei und sechs Prozent zzgl. Mehrwertsteuer sind hier zu veranschlagen.

Auch die Finanzierungsnebenkosten können erheblich ins Gewicht fallen. Bauherren brauchen in der Regel ein Darlehen. Die jeweiligen Kreditinstitute lassen sich als Sicherheit dafür im Grundbuch eine sogenannte Grundschuld eintragen. Die Gebühr hierfür trägt der Bauherr/Kreditnehmer. Kreditinstitute lassen sich im Übrigen nicht nur ihre Darlehen verzinsen, sie verlangen außerdem Bearbeitungsgebühren - manche bis zu einem Prozent der Darlehenssumme. Außerdem können Posten wie Bereitstellungszinsen, Teilauszahlungszuschläge, Nichtabnahmegebühren etc. anfallen. Bei Abschluss eines Bausparvertrages ist ebenfalls eine Gebühr fällig.

Wer es trotz allem in die eigenen vier Wände geschafft hat, kann sich noch nicht zurücklehnen. Denn ein Haus verursacht erhebliche laufende Kosten. Diese müssen zusätzlich zur Darlehensrückzahlung aufgebracht werden. Da kommt zunächst der Grundsteuerbescheid. Diese Steuer variiert stark, weil sie vom Hebesatz der Gemeinde und von der Größe des Anwesens abhängt. Zur Grundsteuer kommen Kosten des täglichen Lebens hinzu: Müll, Wasser, Abwasser, Strom, Gas/Öl, Schornsteinfeger und Niederschlagsgebühren für versiegelte Flächen.

Wichtig sind auch die Versicherungen. Der Verband Privater Bauherren e.V. (VPB) empfiehlt Hausbesitzern sowohl eine Wohngebäudeversicherung als auch Haus- und Grundstücksbesitzer-Haftpflicht.
Oft vergessen die neuen Eigentümer auch die Instandhaltungsrücklage. Die ist auch beim Neubau durchaus sinnvoll. Rund einen Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Monat empfiehlt der Verbraucherschutzverband als Polster für notwendige Reparaturen.



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