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Titelbild Bürgerservice
11.12.2015

Wandergesellen im Rathaus Drolshagen

Bürgermeister Ulrich Berghof konnte am gestrigen Donnerstag nicht weniger als 13 Wandergesellen und Wandergesellinnen im Drolshagener Rathaus begrüßen.

Meist sind Wandergesellen allein oder zu zweit unterwegs. Da ein Wandergeselle aus Kierspe jedoch seine Wanderschaft nach drei Jahren und einem Tag beendet, trafen sich die Gesellen um ihn gebührend zu verabschieden.

Die Gesellen baten um das Drolshagener Stadtsiegel in ihrem Wanderbuch und eine Aufstockung ihrer Reisekasse. Bürgermeister Berghof erfüllte diesen Wunsch gern und wünschte den Wandergesellen auf ihrer weiteren Wegstrecke Gesundheit und persönliches Wohlergehen.

 

Hintergrund

Jeder hat schon einmal die meist in schwarz gekleideten jungen Frauen oder Männer gesehen, die normalerweise auf Baustellen arbeiten oder auf den Landstraßen herumziehen. Klar, Wandergesellen. Aber was heißt das eigentlich genau?

Die rechtschaffenen fremden Gesellen sind die mit Abstand älteste noch existierende deutsche Zunft. Sie pflegen die ältesten überlieferten Riten und zwar getrennt für das Maurer- und Steinhauerhandwerk sowie für die Zimmer- und Schieferdeckergesellen, so wie sie vor Jahrhunderten entstanden und im Laufe der Jahre gewachsen sind. Ihre traditionelle Kluft besteht aus dem schwarzem Samt- oder Cordanzug mit Weste und weißen Perlmuttknöpfen, dem Schlips („Ehrbarkeit“ genannt), dem breitem Schlapphut, dem Wanderstock („Stenz“) und dem Bündel mit der gesamten Habe („Charlottenburger“).

Nach alter Sitte und Tradition sind sie unterwegs und sammeln ihre Erfahrungen, helfen in Handwerkbetrieben aus und übernachten dort, wo sich gerade eine Möglichkeit ergibt. Die Wandertätigkeit wird im Wanderbuch vermerkt. Der Wandergeselle muss sich immer ehrbar und zünftig verhalten, damit auch der nächste Wandergeselle gern gesehen ist.